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8K-Auflösung bei der Filmproduktion

8K-Auflösung bei der Filmproduktion

Im Dezember 2019 fanden die Dreharbeiten unseres Werbespots „Erst Kaffee“ für die Firma „Hansa Café Hansa Villa Rica“ statt. Das Besondere an diesem Projekt war, dass es anamorph auf Spielfilm-Niveau gedreht und anschließend in 8K gemastert wurde. Wir als Videoproduktion in Düsseldorf benutzten hierbei eine Red Helium-Kamera mit 8K-Sensor. In diesem Artikel wollen wir erörtern, ob es sinnvoll ist, mit einer solch hohen Auflösung zu arbeiten.

 

Wodurch unterscheidet sich die 8K-Auflösung von Standards wie Full-HD?

Bei der Videoproduktion unseres Kaffee-Werbespots haben wir uns für eine 8K-Auflösung entschieden, um unserem Kunden ein zukunftssicheres Ergebnis zu gewährleisten. Man könnte im ersten Moment denken: „Wow! Wenn es eine so hohe Auflösung gibt, warum nutzt sie nicht jeder Filmemacher?“
Eine 8K-Auflösung ist vor allem dann sinnvoll, wenn man den Fokus auf Details legen will. Nimmt man zum Beispiel eine Dokumentation über Reptilien, so könnte man dem Zuschauer mit 8K jede Facette einer Schlangenhaut präsentieren. Doch diese detailgetreue Darstellung hat einen immensen Nachteil, wenn man mit Schauspielern arbeitet. Hauttöne und Gesichter werden sehr genau wiedergegeben und damit wären auch Hautunreinheiten deutlicher zu erkennen als bei Full-HD, 2K oder 4K. Wir Filmemacher müssen daher mehr Zeit in die Postproduktion investieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass nicht viele Geräte 8K-fähig sind. In Deutschland ist es sogar so, dass die Fernsehfunkanstalten nicht mehr als 720p übertragen, also halbes Full-HD Format. Die technischen Voraussetzungen sind hierzulande für 8K einfach noch nicht geschaffen.

Eine der wenigen Plattformen im Internet, die 8K gewährleisten können, ist YouTube. Doch nur wenige Zuschauer achten darauf, in welcher Auflösung sie Film- und Videoproduktionen sehen. Im Vergleich zu YouTube bieten Streaming-Dienste wie Amazon Prime und Netflix maximal eine 4K-Auflösung an. Dieser Unterschied wird den meisten Zuschauern allerdings nicht auffallen, da die meisten TVs und Handys nur Full-HD darstellen können.

 

Warum sollte man für seine Videoproduktion eine 8K-Auflösung nutzen, wenn die meisten TVs nur eine Full-HD- oder 4K-Auflösung gewährleisten?

Als Film- und Videoproduktion sollte man sich genau überlegen, ob man in 8K filmen möchte. Es wird schätzungsweise noch Jahrzehnte dauern, bis die breite Masse in den Genuss eines Imagefilms in hoher Auflösung kommt. Doch warum sollte man dann heutzutage 8K verwenden?

Sinnvoll ist diese Auflösung, wenn man etwas über eine sehr große Leinwand ausstrahlen will. Damit meinen wir erst einmal keine Leinwände in Fußballstadien oder Konzerthallen, da das Publikum für unsere Intention einfach zu weit von ihnen entfernt ist. Aber wenn man sich einen Messestand vorstellt, auf dem ein Produktfilm auf einer imposanten Leinwand präsentiert wird, wäre eine hohe Auflösung auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Die Kunden könnten herantreten und würden trotz der Nähe alles ganz genau erkennen. Daher wird 8K inzwischen oft für den Industrie- und Messebereich angefragt. Dabei handelt es sich dann allerdings meistens um Animationsfilme und weniger um Werbefilme mit Schauspielern, da nur wenige Kameras 8K-Auflösung bieten.

 

Welche Erfahrung haben wir als Videoproduktion in Düsseldorf mit 8K gemacht?

Wir von Pro-duction sind eine der ersten Filmproduktionen, die sich an die Kombination Werbefilm und 8K-Auflösung herangewagt haben. Dabei war uns bewusst, dass der Sensor der Red Helium-Kamera zwar 8K-fähig ist und auch in nativem 8K aufzeichnet, aber man generell in der doppelten Auflösung filmen sollte, in der man später mastern will. Um also ein perfektes 8K zu generieren, müsste man theoretisch in 16K filmen. Doch wie erreicht man ohne 16K die gewünschte 8K-Qualität? Das Geheimnis liegt hierbei in der aufwändigen Postproduktion.

Man benötigt sehr viel Zeit für das Entrauschen und Aufwerten des Materials. Zudem braucht man Hochleistungsrechner, um das Material zu verarbeiten, denn Standardrechner würden bei diesen Datenmengen schnell an ihre Grenzen kommen. Man benötigt also mehr Zeit und teureres Equipment, um eine 8K-Film- und Videoproduktion zu stemmen. Diese Kosten sollte man auf jeden Fall einkalkulieren.

Bei der Postproduktion unseres Kaffee-Werbespots benötigten wir beispielsweise 4 Stunden für das Entrauschen des Schnitts unseres 30-Sekunden-Werbespots, wohingegen dieser Vorgang bei 2K in Echtzeit passiert wäre. Kommen beispielsweise noch Greenscreen Aufnahmen hinzu, wird der Rechenaufwand noch höher.

 

Sind Vorproduktion und Produktion ebenfalls aufwändiger durch die Verwendung der 8K-Auflösung?

Bei der Vorproduktion muss man einiges beachten, wenn man eine 8K-Auflösung verwendet. Das Wichtigste ist hierbei das Make-Up der Darsteller. Durch die hohe Auflösung kann man in Nahaufnahmen jede Pore des Gesichts erkennen. Daher wäre es ratsam, genügend Make-Up-Artists am Set zu haben, die immer wieder alles nochmal kontrollieren. Jeder Make-Up-Rand, der nicht gut genug verblendet ist, wäre sofort zu sehen und müsste aufwändig in der Postproduktion retuschiert werden. Selbst die Körnung des Puders spielt eine Rolle. Es muss sehr fein sein, daher wäre ein handelsübliches Abdeckpuder nicht zu empfehlen.

Bei der Produktion ist es wichtig, auf jeden Fall genügend Speicherkarten und Festplatten am Set zu haben. Man unterschätzt die Datenmenge, die durch 8K entsteht, leider nur zu gerne. Beispielsweise benötigt man während eines Drehtags mit 2 Kameras mit 2K-Auflösung etwa 1 Terabyte Speicherplatz. Bei 8K-Kameras wäre man schon bei ca. 16 Terabyte.

 

8K-Material heute schon als Lösung für die Zukunft?

Man kann sagen, dass eine 8K-Auflösung zurzeit mit mehr Kosten und Aufwand verbunden ist als bei Full-HD-Auflösungen. Wenn man allerdings an die Zukunft denkt, könnte man mit 8K schon jetzt einen Film erschaffen, der auch in vielen Jahren den neuen Techniken in nichts nachstehen wird. Besonders empfehlenswert wäre es, wenn man ein besonderes Zeitgeschehen in einer Auflösung dokumentieren möchte, die erst in 50 Jahren Standard sein wird.

Ein Beispiel: Ein neuer Herrscher kommt an die Macht und man weiß schon jetzt, dass es irgendwann eine Dokumentation über sein Leben geben wird. Daher wäre es optimal, seine Anfänge in 8K festzuhalten, damit man ein schönes, einheitliches Gesamtergebnis hat, wenn in der Zukunft eine Reportage über sein Leben gemacht wird und alles in 8K dokumentiert wurde. Wenn man allerdings schon jetzt das ein oder andere Ereignis aus seinem Leben ausstrahlen möchte, könnte man für die heutigen TV-Geräte das native 8K-Material nehmen und in 2K zu mastern uns auf lange Sicht hätte man das hochwertige Rohmaterial.

Wir von der Düsseldorfer Filmproduktion Pro-duction empfehlen, in 4K zu filmen und in Full-HD zu mastern. Es kommt auf den hochwertigen Inhalt an, der zum jetzigen Zeitpunkt dem besten Standard der breiten Masse entspricht. Ein perfekt gemastertes 2K-Bild sieht selbst auf 4K Fernsehern klasse aus und man wird kaum Unterschiede zu 4K erkennen können.

Die automatische Weichzeichnung der Haut durch die geringe Auflösung ist ein entscheidender Kostenfaktor für jedes Projekt, abgesehen von ästhetischen Gründen, die ebenso für perfektes 2K-Material sprechen. Selbst Hollywood-Produktionen werden maximal in 2,5K gemastert und dann auf 4K optimiert. In den 4K-Streams und -Blu-rays erleben wir erstklassige Bilder, die aber in Wirklichkeit kein natives 4K sind, was aber den wenigsten auffallen wird.

Wie wir sehen ist die Auflösung zweitrangig. Er kommt auf das perfekte Make-Up, die perfekte Story, die perfekte Umsetzung, die perfekten Farben und die perfekten Bilder an, die einen guten Imagefilm ausmachen. Unser Werbespot „Erst Kaffee” zeigt, dass wir als Videoproduktion Düsseldorf in der Lage sind, für unsere Kunden auch in 8K zu mastern. Was für ein Ziel Du auch mit Deinem Film verfolgst oder Dir sogar einen Livestream wünscht, wir sind immer für Deine Wünsche da!

 

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Über den Autor

Marie Widera ist seit 2016 als Schauspielerin und Redakteurin aktiv. Als unsere Autorin für Blogartikel bereichert sie das Team von PRO-duction seit der Gründung der Firma.

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